17/11/2017

„Wir nehmen die Menschenrechte in unsere Hände.“

interdisziplinaerSoziale und politische Teilhabe in der regionalen Menschenrechtsarbeit.

Wenn wir feststellen, dass die Politiker, die all dieses Gerede über Menschenrechte von sich geben, nicht wirklich meinen, was sie sagen, so ist das Recht für uns leer. Dabei bleiben wir jedoch nicht stehen, sondern nehmen die Menschenrechte in unsere Hände und arbeiten für sie. So können wir sie zu einem Teil von uns selbst machen.“
(der Sprecher einer Gemeinschaft schwarzer Südafrikaner*innen, die während des Apartheidregimes von ihrem Land vertrieben wurden und nach dem Ende der Apartheid für eine Rückgabe kämpften)
Weiterlesen

Advertisements
Schlagwörter: ,
17/11/2017

„Der Kranke ist der Hellsichtige“

krankheit_band2„Der Kranke ist der Hellsichtige“.Überlegungen zur Verhältnisbestimmung von Literatur und Krankheit in den ‚autobiographischen‘ Texten Thomas Bernhards

Die Erfahrung von Krankheit (der eigenen wie jener von Menschen aus seinem Umfeld) hat in Leben und Literatur des Thomas Bernhard eine prägende Rolle gespielt. Ich werde diese These im Folgenden in Form einer Untersuchung des Verhältnisses von Literatur und Krankheit in den „autobiographischen“ Texten einer Prüfung unterziehen. Weiterlesen

Schlagwörter:
17/11/2017

Spuren von „Religion“ in Franz Kafkas Werk

religionliteraturZu verschiedenen Lektüren des Proceß-Fragmentes

Scheitern, immer scheitern, wieder scheitern, besser scheitern.“
(George Tabori, in „Goldberg-Variationen“)

Die folgenden Überlegungen zu Spuren von „Religion“ im Werk Franz Kafkas konzentrieren sich auf Fragen nach den Wahrnehmungsvoraussetzungen einiger Lektüreperspektiven, die durch Kafkas Texte angeregt wurden. Es geht mir also in erster Linie um ästhetische Grundlagen einer solchen Spurensuche und nicht um religions- oder literaturwissenschaftliche Fragestellungen. Ich stelle als Hypothese an den Anfang, dass die Ästhetik von Franz Kafkas Texten eine der unüberbrückbaren Differenz ist.

Weiterlesen

Schlagwörter: ,
17/11/2017

Unbehaust. Fünf Tage im Februar.

zwischenwelt201710„Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nichts, da er sein Haupt hin lege.“
(Matthäusevangelium 8, 20)

Eins.
Wir befinden uns am 42. Breitengrad, ungefähr auf der Höhe von Barcelona. Aber es ist bitter kalt. Der Kleinbus rumpelt über eine gefrorene Masse von Matsch und Schnee, die die Straßen von Plovdiv bedeckt. Manches wirkt bekannt, vieles fremd. Ich bin nicht zum ersten Mal hier. Erinnerungen werden wach. Weiterlesen

Schlagwörter: , ,
22/12/2016

Radiosendung Religiöser Extremismus

2016_11_28_radio_religionen_im_gespraechSendung in der Radiofabrik Salzburg: Studiodiskussion zum Thema ‚Religionen und Extremismus‘ mit Kurt Krammer, Ursula Liebing, Josef Mautner und Haliemah Mocevic.

Foto: Radiofabrik/Leitner

03/12/2016

„So wahr mir Gott helfe.“

Über die „Verwendung“ Gottes im Wahlkampf: Nicht auf Formeln kommt es an, sondern auf Inhalte und die Praxis. Und vor allem: Ein gewählter Bundespräsident muss – unabhängig von seiner Religion – glaubhaft Werte vorleben.
Alois Halbmayr – Josef P. Mautner

„So wahr mir Gott helfe.“ Norbert Hofer hat die Gelöbnisformel des Amtseides als Wahlkampfslogan eingesetzt. Das Thema Glaube an Gott und Religion taucht hier nicht zum ersten Mal auf. Norbert Hofer hat seine Religiosität bereits mehrfach hervorgehoben. Auch wurden während der vergangenen Durchgänge des Bundespräsidentenwahlkampfs die Kandidaten gelegentlich nach ihrem Verhältnis zur Religion befragt. Weiterlesen

02/12/2016

„ZIGEUNER ZU SEIFE!“

mautner_zwischenweltSTOLIPINOVO – TAGEBUCH EINER REISE

Stolipinovo ist ein realer und ein symbolischer Ort zugleich. Als eines der größten Stadtviertel in Südosteuropa, das ausschließlich von Roma bewohnt ist, steht sein Name für die Situation einer großen ethnischen Minderheit Europas: betroffen von Armut, Arbeitslosigkeit, Wohnungsnot, von Diskriminierung und Rassismus. Stolipinovo: Slum und Ghetto zugleich. Die Armut seiner BewohnerInnen scheint absolut, ihre Ausgrenzung vollständig. Gleichzeitig ist Stolipinovo jedoch ein realer Ort, ein Wohnviertel der Stadt Plovdiv im Süden Bulgariens. Plovdiv ist mit knapp 377.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt nach Sofia. Sie ist das Verwaltungszentrum der Gemeinde sowie der gleichnamigen Provinz. Weiterlesen

01/03/2015

Die Kommune von Prenning. Ein Augenblick Avantgarde.

mautner_literaturundkritikEs ist Ende Mai. Das Wetter ist durchwachsen, könnte besser sein. Vor allem scheint es uns zu kalt für diese Jahreszeit. Ein nicht vorhandener Mai. Wir sind auf dem Weg nach Graz, aber 20 km vorher, in Deutschfeistritz, fahren wir von der Autobahn ab und suchen in der Wegbeschreibung aus dem Internet nach dem Ortsteil Prenning. Dort steht irgendwo ein Landhaus mit einer „Kulturpension“, in dem Leopoldine und ich die kommende Nacht verbringen werden. Ein Geschenkgutschein unserer Tochter hat uns hierhergebracht. Nach einigem Suchen und einmal Nachfragen – wir sind schon dran vorbeigefahren – landen wir in der „Kulturpension“. Weiterlesen

11/12/2014

„Es gäbe viele unter uns, die großes Potential haben. Aber die Mehrheit sagt: Ihr seid Zigeuner!“

Stolipinovo_PartnerDie Plattform für Menschenrechte Salzburg (www.menschenrechte-salzburg.at) arbeitet seit September 2014 in einer Partnerschaft mit der ROMA-Foundation (Foundation for Regional Development ROMA Stolipinovo) in Plovdiv/Bulgarien zusammen. Die ROMA-Foundation ist eine Selbstorganisation von Roma, die in Stolipinovo sowie in den Vierteln und Dörfern im Bezirk Plovdiv leben. Die Foundation entwickelt Projekte, die die Lebensbedingungen der Roma sowie ihre soziale und gesellschaftliche Situation verbessern, und führt sie durch. Die Partnerschaft zwischen Plattform für Menschenrechte und ROMA-Foundation hat Austausch und gegenseitige Unterstützung in der regionalen Menschenrechtsarbeit zum Ziel. Weiterlesen

11/12/2014

Begegnungen auf Augenhöhe. Das Projekt Salzburger Städtepartnerschaften mit Kommunen in Süd Ost Europa.

In der Plattform für Menschenrechte 1 wird seit einiger Zeit ein Projekt diskutiert, das von großem Wert für Politik und Zivilgesellschaft in Salzburg sein könnte: eine Kommunal- bzw. Städtepartnerschaft zwischen einer oder mehreren Salzburger Kommunen und einer oder mehreren Kommunen aus dem südosteuropäischen Raum. Ausgangspunkt der Idee einer solchen Städtepartnerschaft ist das Faktum der Notreisen und Pendelmigrationen von Menschen aus dem südosteuropäischen Raum. Die Erhebung, die im Auftrag des „Runden Tisches Menschenrechte“ im Zeitraum von Februar bis Mai 2013 in der Stadt Salzburg durchgeführt wurde 2, ergab, dass sich im Zeitraum der (annähernden) Vollerhebung Ende Februar mehr als 120 Menschen aus südöstlichen Mitgliedsstaaten der EU aufgehalten haben. Mit ihnen sind insgesamt 39 minderjährige Kinder gereist. Diese Notreisenden haben in ihren Herkunftsländern kein die Existenz ermöglichendes Einkommen aus Erwerbsarbeit oder Transferleistungen. Sie sind überwiegend langzeitarbeitslos oder nie im Erwerbsprozess gestanden. Der überwiegende Anteil der Notreisenden, die Ende Februar befragt wurden (80 %), kam aus Rumänien (u.a. aus der Kleinstadt Crizbav im Bezirk Brasov oder aus der Region Arges). Die Herkunftsländer Polen und Slowakei erreichten einen deutlich geringeren Anteil (je10 %). Weitere, vereinzelte Notreisende kamen aus Tschechien, Ungarn und Bulgarien. 41% der Notreisenden insgesamt gaben an, dass sie der Volksgruppe der Roma angehören. 14 RespondentInnen aus der Kleinstadt Crizbav gehörten zur ungarisch sprechenden Minderheit Rumäniens. Weiterlesen