Archive for November, 2013

12/11/2013

„Kerker gegen den Geist“.

cover totale institutionenEin schwarz-braunes Syndrom in Thomas Bernhards autobiographischen Texten

Der Schriftsteller Viktor Suchy führte in der „Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur“ am 7. März 1967 – also acht Jahre vor dem Erscheinen der „Ursache“ – ein Interview mit Thomas Bernhard, in dem er den damals 36jährigen fragte, ob er jemals daran gedacht habe, autobiographische Aufzeichnungen zu machen und diese später zu publizieren. Bernhards Antwort erfolgte in dem für ihn typischen Stil der Untertreibung:

„Ich mach‘ natürlich Notizen, mehr oder weniger jeden Tag, oder nicht, je nachdem, was einem einfällt. Vor allem für einen selber, man will ja nachschauen, was war damals, und man vergißt ja Perioden, da sind dann Monate weißer Flecken, so wie der Nordpol. Die Vergangenheit ist unerforscht, dort.“1

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12/11/2013

„Gott ist tot al gut.“

cover a proposWas bedeutet der Spruch an der Wand?

Als ich die freundliche Einladung erhielt, mit einem Text zur Feier von Richard Fabers Geburtstag beizutragen, war mir rasch klar, dass dieser Text ein Thema zum Inhalt haben müsse, das mir von Richard erschlossen, dessen Bedeutung und Differenziertheit durch sein Denken klar gemacht wurde. Unter denen, auf die das zutrifft, habe ich eines ausgewählt: die religiöse, politische und kulturelle Bedeutung der Spruchgattung. Und da auch dieses Thema in sich vielfältig und nicht in wenigen Seiten fassbar ist, stelle ich es in einen ganz bestimmten Zusammenhang: Im folgenden Text, der mehr erzählenden als essayistischen Charakter hat, geht es um Wandsprüche, die im digitalen Zeitalter zu Bildschirmsprüchen mutieren.

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